Workshop // Wann beginnt die Geschichte des Terrorismus und der Terrorismusbekämpfung? — Die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts in der Geschichte des Terrorismus

Samstag, 4. März 2017

Teilprojekt B04 — Sicherheit des Staates

Justus-Liebig-Universität Gießen, Erwin-Stein Gebäude, Goethestraße 58, Raum 201


Lange sind die Anfänge des Terrorismus und der Terrorismusbekämpfung im Zarenreich des 19. Jahrhunderts verortet worden: Die Mitglieder der 1879 entstandenen russischen Gruppe Narodnaja Volja galten gemeinhin als die ersten, die sich bei ihren Anschlägen auf Zar Alexander II. der terroristischen Taktik bedienten.

Neuere historische Forschungen haben jedoch argumentiert, dass die Entstehung und Erfindung des Terrorismus bereits früher stattfand und in Mittel- und Westeuropa sowie in den USA verortet werden muss. Demnach sind Charlotte Corday und ihr Attentat auf den französischen Revolutionär Jean Paul Marat sowie Karl Ludwig Sand, der 1819 ein Attentat auf August von Kotzebue verübte, die ersten, die terroristische Attentate verübten, während der Beginn der Terrorismusgeschichte mit den Gewalttaten von Felice Orsini, John Brown, Oskar Wilhelm Becker, John Wilkes Booth und Dmitrij Vladimirovič Karakozov in den Jahren 1858-1866 gegeben sei. Als erste Beispiele für Maßnahmen zur Terrorismusbekämpfung sind die Karlsbader Beschlüsse in die Diskussion eingeführt worden, deren Maßnahmen und Wirkungen in Russland genau, aber nicht unkritisch, beobachtet wurden.

Auf dem Workshop sollen diese neueren Forschungen zu den Anfängen des Terrorismus vorgestellt und diskutiert werden, um zu einem besseren Verständnis der Entstehung und Entwicklung terroristischer Gewaltpraktiken bzw. ihrer Vorformen sowie der Maßnahmen zur Bekämpfung des Terrorismus in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu kommen.

 

Programm

9:15 Uhr // Eröffnung

9:30 Uhr // Panel 1: Wann beginnt die Geschichte des Terrorismus?

  • Moderation: Ute Daniel (Braunschweig)

  • Wolfram Siemann (München) 
    „Terror“ als zeithistorische Erfahrung 1793–1848 – eine Grundlage für den wissenschaftlichen Terrorismusbegriff?

  • Carola Dietze (Gießen/Braunschweig)
    Zur Erfindung der Geschichte des Terrorismus 1858-1866 in Europa, Russland und den USA: Begründung einer These.


11:00 Uhr// Kaffeepause


11:30 Uhr // Panel 2: Entstehungsbedingungen und Fallbeispiele

  • Moderation: Andrej Andreev (Moskau)

  • Klaus Ries (Jena) 
    Von der Gesinnungsethik zur Gesinnungstat? Zur Genese des modernen Terrorismus aus dem Geist des Idealismus

  • Sylvia Schraut (München) 
    Die "jungfräuliche Eumenide“ und der „edle Jüngling Sand": Urmutter und -vater des modernen Terrorismus?


13:00 Uhr // Mittagspause

14:30 Uhr // Panel 3: Zur Bekämpfung politischer Gewalt im frühen 19. Jahrhundert

  • Moderation: Ulrich Sieg (Marburg)

  • George S. Williamson (Tallahassee, FL) 
    In Search of the “Principle”: Revolutionary Morality and the Campaign against “Demagogic Machinations” in Germany

  • Iwan Iwanov (Gießen) 
    Preußisch-russische Verflechtungen nach dem Dekabristenaufstand 1825


16:30 Uhr // Abschlussdiskussion


Ab 18:00 Uhr // Abendessen 

 

 

 

Workshop // Wann beginnt die Geschichte des Terrorismus und der Terrorismusbekämpfung? — Die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts in der Geschichte des Terrorismus

Samstag, 4. März 2017

Teilprojekt B04 — Sicherheit des Staates

Justus-Liebig-Universität Gießen, Erwin-Stein Gebäude, Goethestraße 58, Raum 201


Lange sind die Anfänge des Terrorismus und der Terrorismusbekämpfung im Zarenreich des 19. Jahrhunderts verortet worden: Die Mitglieder der 1879 entstandenen russischen Gruppe Narodnaja Volja galten gemeinhin als die ersten, die sich bei ihren Anschlägen auf Zar Alexander II. der terroristischen Taktik bedienten.

Neuere historische Forschungen haben jedoch argumentiert, dass die Entstehung und Erfindung des Terrorismus bereits früher stattfand und in Mittel- und Westeuropa sowie in den USA verortet werden muss. Demnach sind Charlotte Corday und ihr Attentat auf den französischen Revolutionär Jean Paul Marat sowie Karl Ludwig Sand, der 1819 ein Attentat auf August von Kotzebue verübte, die ersten, die terroristische Attentate verübten, während der Beginn der Terrorismusgeschichte mit den Gewalttaten von Felice Orsini, John Brown, Oskar Wilhelm Becker, John Wilkes Booth und Dmitrij Vladimirovič Karakozov in den Jahren 1858-1866 gegeben sei. Als erste Beispiele für Maßnahmen zur Terrorismusbekämpfung sind die Karlsbader Beschlüsse in die Diskussion eingeführt worden, deren Maßnahmen und Wirkungen in Russland genau, aber nicht unkritisch, beobachtet wurden.

Auf dem Workshop sollen diese neueren Forschungen zu den Anfängen des Terrorismus vorgestellt und diskutiert werden, um zu einem besseren Verständnis der Entstehung und Entwicklung terroristischer Gewaltpraktiken bzw. ihrer Vorformen sowie der Maßnahmen zur Bekämpfung des Terrorismus in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu kommen.

 

Programm

9:15 Uhr // Eröffnung

9:30 Uhr // Panel 1: Wann beginnt die Geschichte des Terrorismus?

  • Moderation: Ute Daniel (Braunschweig)

  • Wolfram Siemann (München) 
    „Terror“ als zeithistorische Erfahrung 1793–1848 – eine Grundlage für den wissenschaftlichen Terrorismusbegriff?

  • Carola Dietze (Gießen/Braunschweig)
    Zur Erfindung der Geschichte des Terrorismus 1858-1866 in Europa, Russland und den USA: Begründung einer These.


11:00 Uhr// Kaffeepause


11:30 Uhr // Panel 2: Entstehungsbedingungen und Fallbeispiele

  • Moderation: Andrej Andreev (Moskau)

  • Klaus Ries (Jena) 
    Von der Gesinnungsethik zur Gesinnungstat? Zur Genese des modernen Terrorismus aus dem Geist des Idealismus

  • Sylvia Schraut (München) 
    Die "jungfräuliche Eumenide“ und der „edle Jüngling Sand": Urmutter und -vater des modernen Terrorismus?


13:00 Uhr // Mittagspause

14:30 Uhr // Panel 3: Zur Bekämpfung politischer Gewalt im frühen 19. Jahrhundert

  • Moderation: Ulrich Sieg (Marburg)

  • George S. Williamson (Tallahassee, FL) 
    In Search of the “Principle”: Revolutionary Morality and the Campaign against “Demagogic Machinations” in Germany

  • Iwan Iwanov (Gießen) 
    Preußisch-russische Verflechtungen nach dem Dekabristenaufstand 1825


16:30 Uhr // Abschlussdiskussion


Ab 18:00 Uhr // Abendessen