Teilprojekt B05 —  Ver- und Entsicherheitlichung treuhänderischer
Übergangsverwaltungen in politischen Transitionsprozessen

1. Förderphase (2014-2017)

Bild: UN-Fahrzeug

Das Teilprojekt analysiert Prozesse der Ver- und Entsicherheitlichung in zwei historischen Konstellationen treuhänderischer Übergangsverwaltungen. Es vergleicht dabei Übergangsverwaltungen, die im Rahmen des UN-Treuhandsystems zur Dekolonialisierung eingesetzt wurden (die französischen Administrationen von Kamerun und Togo sowie die australische Verwaltung Papua-Neuguineas), mit UN geführten Verwaltungen nach dem Ende des Ost-West-Konflikts (UNMIK im Kosovo und UNTAET in Ost-Timor). Wir verstehen Ver- und Entsicherheitlichung als strategische Praktiken, mit denen die in den Staatsbildungsprozess involvierten Akteure versuchen, ihre politischen Entscheidungen, ihre Opposition oder ihren Widerstand gegenüber einem Publikum plausibel zu machen und darüber Einfluss auf das Statebuilding auszuüben. Es werden fünf Typen des treuhänderischen Statebuilding mit jeweils unterschiedlichen Akteurkonstellationen vergleichend untersucht, in denen Statebuilding politisch unter Rückgriff auf Repertoires der Ver- und Entsicherheitlichung verhandelt wurde.

In der ersten Förderphase haben wir zeigen können, dass Ver- und Entsicherheitlichung in erster Linie strategische Praktiken sind, deren Bedeutungen sich erst im Kontext eines umstrittenen Statebuilding erschließen, in dem Akteure ihre Herrschaft konsolidieren oder Widerstand artikulieren wollen. In der zweiten Förderphase suchen wir nun – auf der Basis der bisherigen Erkenntnisse und in Ergänzung unserer bisherigen Fallauswahl – nach möglichen Bedingungen für die (De-)Mobilisierung eines Sicherheitsdiskurses. 

Das Projekt verfolgt drei Ziele: Erstens sollen kontextspezifische und kontextübergreifende Bedingungen dafür gefunden werden, unter denen Repertoires der Ver- bzw. zur Entsicherheitlichung im Zuge des Aufbaus einer neuen Staatlichkeit mobilisiert werden. Zweitens wollen wir zeigen, inwiefern treuhänderische Verwaltung über Strategien der Ver- und Entsicherheitlichung konsolidiert, aber auch – etwa im Rahmen antikolonialen Widerstands – herausgefordert wurde. Damit soll ein besseres und stärker theoriegeleitetes Verständnis der Dynamiken treuhänderischer Herrschaft erzielt werden. Drittens wollen wir im Zusammenhang mit der methodologischen Debatte zwischen konstitutiven und kausalen Lesarten von Versicherheitlichung in den Securitization Studies zeigen, dass sich beide über eine Analyse strategischer Praktiken verbinden lassen. Im Rahmen des SFB untersucht das Teilprojekt, wie Prozesse der Ver- und Entsicherheitlichung den Auf- und Umbau staatlicher Herrschaft unter internationalisierten Bedingungen beeinflussen. Es leistet damit insbesondere einen Beitrag zur Analyse der Konstruktion von Sicherheit und Bedrohung im Rahmen staatsbezogener Heuristiken.

 

 

Teilprojekt B05 —  Ver- und Entsicherheitlichung treuhänderischer
Übergangsverwaltungen in politischen Transitionsprozessen

1. Förderphase (2014-2017)

Bild: UN-Fahrzeug

Das Teilprojekt analysiert Prozesse der Ver- und Entsicherheitlichung in zwei historischen Konstellationen treuhänderischer Übergangsverwaltungen. Es vergleicht dabei Übergangsverwaltungen, die im Rahmen des UN-Treuhandsystems zur Dekolonialisierung eingesetzt wurden (die französischen Administrationen von Kamerun und Togo sowie die australische Verwaltung Papua-Neuguineas), mit UN geführten Verwaltungen nach dem Ende des Ost-West-Konflikts (UNMIK im Kosovo und UNTAET in Ost-Timor). Wir verstehen Ver- und Entsicherheitlichung als strategische Praktiken, mit denen die in den Staatsbildungsprozess involvierten Akteure versuchen, ihre politischen Entscheidungen, ihre Opposition oder ihren Widerstand gegenüber einem Publikum plausibel zu machen und darüber Einfluss auf das Statebuilding auszuüben. Es werden fünf Typen des treuhänderischen Statebuilding mit jeweils unterschiedlichen Akteurkonstellationen vergleichend untersucht, in denen Statebuilding politisch unter Rückgriff auf Repertoires der Ver- und Entsicherheitlichung verhandelt wurde.

In der ersten Förderphase haben wir zeigen können, dass Ver- und Entsicherheitlichung in erster Linie strategische Praktiken sind, deren Bedeutungen sich erst im Kontext eines umstrittenen Statebuilding erschließen, in dem Akteure ihre Herrschaft konsolidieren oder Widerstand artikulieren wollen. In der zweiten Förderphase suchen wir nun – auf der Basis der bisherigen Erkenntnisse und in Ergänzung unserer bisherigen Fallauswahl – nach möglichen Bedingungen für die (De-)Mobilisierung eines Sicherheitsdiskurses. 

Das Projekt verfolgt drei Ziele: Erstens sollen kontextspezifische und kontextübergreifende Bedingungen dafür gefunden werden, unter denen Repertoires der Ver- bzw. zur Entsicherheitlichung im Zuge des Aufbaus einer neuen Staatlichkeit mobilisiert werden. Zweitens wollen wir zeigen, inwiefern treuhänderische Verwaltung über Strategien der Ver- und Entsicherheitlichung konsolidiert, aber auch – etwa im Rahmen antikolonialen Widerstands – herausgefordert wurde. Damit soll ein besseres und stärker theoriegeleitetes Verständnis der Dynamiken treuhänderischer Herrschaft erzielt werden. Drittens wollen wir im Zusammenhang mit der methodologischen Debatte zwischen konstitutiven und kausalen Lesarten von Versicherheitlichung in den Securitization Studies zeigen, dass sich beide über eine Analyse strategischer Praktiken verbinden lassen. Im Rahmen des SFB untersucht das Teilprojekt, wie Prozesse der Ver- und Entsicherheitlichung den Auf- und Umbau staatlicher Herrschaft unter internationalisierten Bedingungen beeinflussen. Es leistet damit insbesondere einen Beitrag zur Analyse der Konstruktion von Sicherheit und Bedrohung im Rahmen staatsbezogener Heuristiken.