Buchreihe: Politiken der Sicherheit | Politics of Security

Herausgegeben von: Prof. Dr. Thorsten Bonacker, Prof. Dr. Horst Carl, Prof. Dr. Eckart Conze, Prof.Dr. Christoph Kampmann, Prof. Dr. Regina Kreide und Dr. Angela Marciniak

„Sicherheit“ ist ein Leitbegriff unserer Gegenwart und nimmt seit einiger Zeit einen rasanten Aufstieg. In immer mehr Politikbereichen darf Sicherheit als die eigentliche Zielvorstellung gelten, längst nicht mehr nur im Hinblick auf Krisen in internationalen Beziehungen oder auf innere Sicherheit, sondern auch auf Umwelt, Daten- oder der Finanzsicherheit. Die Schriftenreihe Politiken der Sicherheit | Politics of Security richtet ihren Blick darauf, wie sich Konzepte und Vorstellungen von Sicherheit in der Geschichte, von der Vormoderne bis hin zur Gegenwart, entwickelt haben. Besonderes Interesse gilt dabei der Frage, wie Themen zu expliziten Sicherheitsthemen wurden und welche Wirkungen davon für Politik und politische Diskussionen ausgegangen sind.

Die deutsch- und englischsprachige Reihe wendet sich an die historische sowie die sozial-, rechts- und kulturwissenschaftliche Forschung, die sich aus einer konstruktivistischen Perspektive mit Diskursen und Praktiken der Herstellung und Darstellung von Sicherheit befasst. Mit ihrem Fokus auf der historischen Sicherheitsforschung ist die Reihe in theoretischer Hinsicht offen und schließt an die Vielfalt der im weitesten Sinne „kritischen“ Forschungsansätze an („securitization“, „human security“, etc.).

 

Thorsten Bonacker, Werner Distler, Maria Ketzmerick - Securitization in Statebuilding and Intervention

Thorsten Bonacker, Werner Distler, Maria Ketzmerick (Hrsg.)

Securitization in Statebuilding and Intervention

Buchreihe: Politiken der Sicherheit | Politics of Security, Band 1
NOMOS Verlag 2017, 295 S., ISBN print: 978-3-8487-4312-4, ISBN online: 978-3-8452-8582-5
https://doi.org/10.5771/9783845285825 

Zusammenfassung

Der Band geht der Frage nach, welche Rolle Sicherheit im internationalen Statebuilding und in Interventionen spielt. Auf der Basis empirischer Studien analysieren die verschiedenen Kapitel, wie die Konstruktion von Bedrohungen und das jeweilige Verständnis von Sicherheit Staatsbildungsprozesse und Interventionen beeinflussen.


Carola Westermeier, Horst Carl - Sicherheitsakteure

Carola Westermeier, Horst Carl (Hrsg.)

Sicherheitsakteure. Epochenübergreifende Perspektiven zu Praxisformen und Versicherheitlichung

Buchreihe: Politiken der Sicherheit | Politics of Security, Band 2
NOMOS Verlag 2018, 348 S., ISBN print: 978-3-8487-4390-2, ISBN online: 978-3-8452-8653-2
https://doi.org/10.5771/9783845286532 

Zusammenfassung

Welche Rolle spielen Akteure in Prozessen der Versicherheitlichung und welche Konsequenzen resultieren daraus? Der Band untersucht "Sicherheitsakteure" an exemplarischen Gruppen wie Militärs, Juristen oder Unterhändlern. Er verbindet eine historische Perspektive, die bis ins Mittelalter reicht, mit gegenwartsorientierten sozial- und politikwissenschaftlichen Beiträgen.


Christoph Kampmann, Angela Marciniak, Wencke Meteling - "Security turns its eye exclusively to the future"

Christoph Kampmann, Angela Marciniak, Wencke Meteling (Hrsg.)

"Security turns its eye exclusively to the future"
Zum Verhältnis von Sicherheit und Zukunft in der Geschichte

Buchreihe: Politiken der Sicherheit | Politics of Security, Band 3
NOMOS Verlag 2018, 421 S., ISBN print: 978-3-8487-4463-3, ISBN online: 978-3-8452-8673-0
https://doi.org/10.5771/9783845286730 

Zusammenfassung

Der Band verknüpft zwei Forschungsfelder, die seit einiger Zeit große Aufmerksamkeit in den Geschichts- und Sozialwissenschaften finden: Sicherheit und Zukunft. Epochenübergreifend zeigt er, wie Vorstellungen von Sicherheit und Zukunft zusammenhingen und politische Dynamik entfalteten. Denn Sicherheits- und Zukunftsentwürfe betrafen immer auch Fragen der Macht.

Die geschichts- und sozialwissenschaftlichen Fallstudien reichen von religiösen Endzeitdiagnosen und präventivem Zukunftsmanagement in der Frühneuzeit bis zu Bemühungen um eine gemeinsame Sicherheit im internationalen Völkerrecht, von Sicherheit vor Seuchen bis zu Diagnosen eines nuklearen Weltuntergangs im Kalten Krieg, vom Sicherheitsdilemma staatlicher Überwachungspraktiken in einem liberalen Staatswesen bis zu Diskursen über Nachhaltigkeit und internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Mit Beiträgen von
Tobias Bruns, Larry Frohman, Steffen Henne, Christoph Kampmann, Achim Landwehr, Angela Marciniak, Wencke Meteling, Elke Seefried, Marie-Christin Stenzel, Malte Thießen, Sascha Weber, Anna Veronika Wendland, Christian Wenzel, Andrea Wiegeshoff, Hannes Ziegler

Rezension


Katharina Krause - Sichtbar und sicher: Wohnhöfe des Adels in Münster in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts

Katharina Krause

Sichtbar und sicher: Wohnhöfe des Adels in Münster in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts

Buchreihe: Politiken der Sicherheit | Politics of Security, Band 4
NOMOS Verlag 2018, 243 S., ISBN print: 978-3-8487-4467-1, ISBN online: 978-3-8452-8712-6
https://doi.org/10.5771/9783845287126 

Zusammenfassung

Das Haus ist der sicherste Aufenthalt einer Familie. Auf der Straße dagegen lauern Gefahren. Was bedeutet es also, wenn in der Frühen Neuzeit die Haustür tagsüber offensteht? Ist das eine Einladung zum Eintreten? Oder vertraut man der Obrigkeit so sehr, dass tagsüber der öffentliche Raum als sicher gilt? Was bedeutet es, wenn der Adel, der Waffen führen darf, seine Neubauten nicht mehr hinter Mauern versteckt, sondern durchlässige Gittertore benutzt? Will er die Pracht der Architektur präsentieren oder auch Vertrauen erwecken? Wer darf in die Fenster schauen, wer aus ihnen heraus? Diesen Fragen geht das Buch am Beispiel der Münsteraner Adelspaläste des 18. Jahrhunderts nach. Erstmals werden systematisch Tendenzen zur Transparenz in der Adelsarchitektur Europas und deren Bezüge zur privaten und öffentlichen Sicherheit untersucht.


Regina Kreide, Andreas Langenohl - Conceptualizing Power in Dynamics of Securitization

Regina Kreide, Andreas Langenohl (Hrsg.)

Conceptualizing Power in Dynamics of Securitization: 
Beyond State and International System

Buchreihe: Politiken der Sicherheit | Politics of Security, Band 5
NOMOS Verlag 2019, 400 S., ISBN print: 978-3-8487-5158-7, ISBN online: 978-3-8452-9354-7
https://doi.org/10.5771/9783845293547 

Zusammenfassung

Der Band stellt erstmalig die ‚Machtfrage‘ in der gegenwärtigen konstruktivistischen Sicherheitsforschung. Wie lassen sich Machtverhältnisse, die Probleme der Sicherheit und Unsicherheit betreffen, aus transdisziplinärer und historischer Sicht analysieren? Der Band führt Beiträge aus der Geschichtswissenschaft, Kunstgeschichte, Politikwissenschaft, Soziologie, Kulturanthropologie und Rechtswissenschaft zusammen, um die bislang eher implizit gestellte Frage nach der konzeptuellen Bedeutung von Macht in Prozessen der Versicherheitlichung zu eruieren. Durch konzeptuell-theoretische Aufsätze und durch historische Fallstudien, die vom 16. bis zum 21. Jahrhundert reichen, werden die dominanten Paradigmen der Critical Security Studies, die zumeist aus den Internationalen Beziehungen stammen und oftmals den Staat ins Zentrum der Analyse rücken, in ein neues Licht gerückt.


Horst Carl, Rainer Babel, Christoph Kampmann - Sicherheitsprobleme im 16. und 17. Jahrhundert

Horst Carl, Rainer Babel, Christoph Kampmann (Hrsg.)

Sicherheitsprobleme im 16. und 17. Jahrhundert: 
Bedrohungen, Konzepte, Ambivalenzen
(Problèmes de sécurité aux XVIe et XVIIe siècles. Menaces, concepts, ambivalences)

Buchreihe: Politiken der Sicherheit | Politics of Security, Band 6
NOMOS Verlag 2019, 601 S., ISBN print: 978-3-8487-5459-5, ISBN online: 978-3-8452-9614-2
https://doi.org/10.5771/9783845296142 

Zusammenfassung

Der von sozialen, politischen und religiösen Umbrüchen geprägte Zeitraum des 16. und 17. Jahrhunderts stellt eine Schlüsselperiode für eine historische Sicherheitsforschung dar. Er ist geprägt von Diskursen der Bedrohung und Versuchen, Antworten auf die akuten Herausforderungen öffentlicher Ordnung und Sicherheit zu finden. Zweifellos akzentuierten die Konflikte um Religion und Konfession die Unsicherheiten in besonderer Weise, wofür der vergleichende Blick auf Frankreich und das Heilige Römische Reich deutscher Nation zahlreiche Belege erbringt. Auf diese Konfliktlagen beschränkt sich das Thema Sicherheit für die Zeitgenossen jedoch nicht. Die Spannbreite der im vorliegenden Sammelband behandelten „Sicherheitsprobleme“ dokumentiert vielmehr, wie sehr sich in diesen beiden Jahrhunderten Bezüge, in denen Sicherheit thematisiert wurde, ausdifferenziert haben. In einem Zeitraum manifester Friedlosigkeit wuchs der Kategorie „Sicherheit“ eine immer größere Bedeutung zu, die sie schließlich zu einem Leitbegriff der politischen Kultur in der Frühen Neuzeit machte.


Karl-Heinz Braun, Thomas Brechenmacher, Wilhelm Damberg, Amalie Fößel, Christoph Kampmann, Ludger Körntgen, Bernhard Dr. phil. Löffler, Anton Schindling (Hrsg.)

Historisches Jahrbuch 139 (2019) mit Schwerpunkt "Sicherheit und Religion im 16. Jahrhundert"

Der Schwerpunkt konzentriert sich dabei auf die auf Frankreich bezogenen Beiträge des SFB-Workshops: "Seelenheil und Sicherheit. Dynamiken religiöser Gewalt in Frankreich und Polen-Litauen im 16. und 17. Jahrhundert" (11/2016).

Die aktuelle Ausgabe des Historischen Jahrbuchs, Band 139, erscheint mit einem Schwerpunkt zu "Sicherheit und Religion im 16. Jahrhundert", koordiniert von Ulrich Niggemann und Christian Wenzel.

Insgesamt umfasst der Schwerpunkt folgende Beiträge:

  • Ulrich Niggemann/Christian Wenzel, "Einleitende Überlegungen zur Rolle des Religiösen im Sicherheitsdenken der Frühen Neuzeit am Beispiel der französischen Bürgerkriege", S. 199-235.
  • Volker Seresse, "Sicherheit und Seelenheil in der politischen Sprache Heinrichs IV. (ca. 1589-1600)", S. 236-249. 
  • Hugues Daussy, "Between God and Human Law. Divine providence and the Huguenot struggle for security", S. 250-257.
  • Christian Wenzel, "Semantiken von Sicherheit in den Französischen Religionskriegen. Die Versammlung von Fontainebleau (1560) und die 'Article des la Saincte Union' (1588)", S. 258-279.
  • Pierre-Jean Souriac, "Zur Perzeption der protestantischen Sicherheitsplätze in Frankreich (1570-1629). Kriegswaffen oder Befriedungsinstrumente in Bürgerkriegszeiten?", S. 280-316.

Eckart Conze

Geschichte der Sicherheit. Entwicklung – Themen – Perspektiven

Vandenhoeck & Ruprecht 2018, 234 S., Paperback, ISBN 978-3- 525-30094-7

Abstract

Weit über die Zeitgeschichte hinaus ist »Sicherheit« in den letzten Jahren zu einem wichtigen Thema der Geschichtswissenschaft geworden. Die historische Forschung hat dabei einen Impuls der Gegenwart aufgenommen. Sie fragt nach den Gründen für die gestiegene Bedeutung von Sicherheit in modernen Gesellschaften und versucht zugleich, die Dynamiken von Sicherheit in unterschiedlichen, auch weiter zurückreichenden historischen Kontexten zu analysieren. In einer Verknüpfung von politischen, gesellschaftlichen und sozialkulturellen Entwicklungen einerseits sowie historiografischen Tendenzen andererseits behandelt der durch seine eigene Forschung ausgewiesene Verfasser die Gründe für das wachsende Interesse von Historikern an der Sicherheitsthematik. Es verweist auf Traditionen sicherheitsbezogener Forschung in der Geschichtswissenschaft, beschäftigt sich aber vor allem mit deren Erweiterung (thematisch und konzeptionell). Neue Ansätze der Sicherheitsforschung, darunter das Konzept der »Sicherheitskultur«, das des »Sicherheitsdispositivs« und das der »Versicherheitlichung«, werden vorgestellt, an konkreten Beispielen entfaltet und auf ihr analytisches Potential befragt. Der Nutzen sozialwissenschaftlicher Theorieangebote wird dabei ebenso erörtert wie der Wert geschichtswissenschaftlicher Untersuchungen für die Theoriebildung. Brücken schlägt der Autor ferner zu verwandten Forschungsgebieten (Risiko-, Präventions- und Bedrohungsforschung). So liefert das Buch eine grundlegende und problemorientierte Einführung in die Historische Sicherheitsforschung.

 
 
 
 
 
 
  

Buchreihe: Politiken der Sicherheit | Politics of Security

Herausgegeben von: Prof. Dr. Thorsten Bonacker, Prof. Dr. Horst Carl, Prof. Dr. Eckart Conze, Prof.Dr. Christoph Kampmann, Prof. Dr. Regina Kreide und Dr. Angela Marciniak

„Sicherheit“ ist ein Leitbegriff unserer Gegenwart und nimmt seit einiger Zeit einen rasanten Aufstieg. In immer mehr Politikbereichen darf Sicherheit als die eigentliche Zielvorstellung gelten, längst nicht mehr nur im Hinblick auf Krisen in internationalen Beziehungen oder auf innere Sicherheit, sondern auch auf Umwelt, Daten- oder der Finanzsicherheit. Die Schriftenreihe Politiken der Sicherheit | Politics of Security richtet ihren Blick darauf, wie sich Konzepte und Vorstellungen von Sicherheit in der Geschichte, von der Vormoderne bis hin zur Gegenwart, entwickelt haben. Besonderes Interesse gilt dabei der Frage, wie Themen zu expliziten Sicherheitsthemen wurden und welche Wirkungen davon für Politik und politische Diskussionen ausgegangen sind.

Die deutsch- und englischsprachige Reihe wendet sich an die historische sowie die sozial-, rechts- und kulturwissenschaftliche Forschung, die sich aus einer konstruktivistischen Perspektive mit Diskursen und Praktiken der Herstellung und Darstellung von Sicherheit befasst. Mit ihrem Fokus auf der historischen Sicherheitsforschung ist die Reihe in theoretischer Hinsicht offen und schließt an die Vielfalt der im weitesten Sinne „kritischen“ Forschungsansätze an („securitization“, „human security“, etc.).

 

Thorsten Bonacker, Werner Distler, Maria Ketzmerick - Securitization in Statebuilding and Intervention

Thorsten Bonacker, Werner Distler, Maria Ketzmerick (Hrsg.)

Securitization in Statebuilding and Intervention

Buchreihe: Politiken der Sicherheit | Politics of Security, Band 1
NOMOS Verlag 2017, 295 S., ISBN print: 978-3-8487-4312-4, ISBN online: 978-3-8452-8582-5
https://doi.org/10.5771/9783845285825 

Zusammenfassung

Der Band geht der Frage nach, welche Rolle Sicherheit im internationalen Statebuilding und in Interventionen spielt. Auf der Basis empirischer Studien analysieren die verschiedenen Kapitel, wie die Konstruktion von Bedrohungen und das jeweilige Verständnis von Sicherheit Staatsbildungsprozesse und Interventionen beeinflussen.


Carola Westermeier, Horst Carl - Sicherheitsakteure

Carola Westermeier, Horst Carl (Hrsg.)

Sicherheitsakteure. Epochenübergreifende Perspektiven zu Praxisformen und Versicherheitlichung

Buchreihe: Politiken der Sicherheit | Politics of Security, Band 2
NOMOS Verlag 2018, 348 S., ISBN print: 978-3-8487-4390-2, ISBN online: 978-3-8452-8653-2
https://doi.org/10.5771/9783845286532 

Zusammenfassung

Welche Rolle spielen Akteure in Prozessen der Versicherheitlichung und welche Konsequenzen resultieren daraus? Der Band untersucht "Sicherheitsakteure" an exemplarischen Gruppen wie Militärs, Juristen oder Unterhändlern. Er verbindet eine historische Perspektive, die bis ins Mittelalter reicht, mit gegenwartsorientierten sozial- und politikwissenschaftlichen Beiträgen.


Christoph Kampmann, Angela Marciniak, Wencke Meteling - "Security turns its eye exclusively to the future"

Christoph Kampmann, Angela Marciniak, Wencke Meteling (Hrsg.)

"Security turns its eye exclusively to the future"
Zum Verhältnis von Sicherheit und Zukunft in der Geschichte

Buchreihe: Politiken der Sicherheit | Politics of Security, Band 3
NOMOS Verlag 2018, 421 S., ISBN print: 978-3-8487-4463-3, ISBN online: 978-3-8452-8673-0
https://doi.org/10.5771/9783845286730 

Zusammenfassung

Der Band verknüpft zwei Forschungsfelder, die seit einiger Zeit große Aufmerksamkeit in den Geschichts- und Sozialwissenschaften finden: Sicherheit und Zukunft. Epochenübergreifend zeigt er, wie Vorstellungen von Sicherheit und Zukunft zusammenhingen und politische Dynamik entfalteten. Denn Sicherheits- und Zukunftsentwürfe betrafen immer auch Fragen der Macht.

Die geschichts- und sozialwissenschaftlichen Fallstudien reichen von religiösen Endzeitdiagnosen und präventivem Zukunftsmanagement in der Frühneuzeit bis zu Bemühungen um eine gemeinsame Sicherheit im internationalen Völkerrecht, von Sicherheit vor Seuchen bis zu Diagnosen eines nuklearen Weltuntergangs im Kalten Krieg, vom Sicherheitsdilemma staatlicher Überwachungspraktiken in einem liberalen Staatswesen bis zu Diskursen über Nachhaltigkeit und internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Mit Beiträgen von
Tobias Bruns, Larry Frohman, Steffen Henne, Christoph Kampmann, Achim Landwehr, Angela Marciniak, Wencke Meteling, Elke Seefried, Marie-Christin Stenzel, Malte Thießen, Sascha Weber, Anna Veronika Wendland, Christian Wenzel, Andrea Wiegeshoff, Hannes Ziegler

Rezension


Katharina Krause - Sichtbar und sicher: Wohnhöfe des Adels in Münster in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts

Katharina Krause

Sichtbar und sicher: Wohnhöfe des Adels in Münster in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts

Buchreihe: Politiken der Sicherheit | Politics of Security, Band 4
NOMOS Verlag 2018, 243 S., ISBN print: 978-3-8487-4467-1, ISBN online: 978-3-8452-8712-6
https://doi.org/10.5771/9783845287126 

Zusammenfassung

Das Haus ist der sicherste Aufenthalt einer Familie. Auf der Straße dagegen lauern Gefahren. Was bedeutet es also, wenn in der Frühen Neuzeit die Haustür tagsüber offensteht? Ist das eine Einladung zum Eintreten? Oder vertraut man der Obrigkeit so sehr, dass tagsüber der öffentliche Raum als sicher gilt? Was bedeutet es, wenn der Adel, der Waffen führen darf, seine Neubauten nicht mehr hinter Mauern versteckt, sondern durchlässige Gittertore benutzt? Will er die Pracht der Architektur präsentieren oder auch Vertrauen erwecken? Wer darf in die Fenster schauen, wer aus ihnen heraus? Diesen Fragen geht das Buch am Beispiel der Münsteraner Adelspaläste des 18. Jahrhunderts nach. Erstmals werden systematisch Tendenzen zur Transparenz in der Adelsarchitektur Europas und deren Bezüge zur privaten und öffentlichen Sicherheit untersucht.


Regina Kreide, Andreas Langenohl - Conceptualizing Power in Dynamics of Securitization

Regina Kreide, Andreas Langenohl (Hrsg.)

Conceptualizing Power in Dynamics of Securitization: 
Beyond State and International System

Buchreihe: Politiken der Sicherheit | Politics of Security, Band 5
NOMOS Verlag 2019, 400 S., ISBN print: 978-3-8487-5158-7, ISBN online: 978-3-8452-9354-7
https://doi.org/10.5771/9783845293547 

Zusammenfassung

Der Band stellt erstmalig die ‚Machtfrage‘ in der gegenwärtigen konstruktivistischen Sicherheitsforschung. Wie lassen sich Machtverhältnisse, die Probleme der Sicherheit und Unsicherheit betreffen, aus transdisziplinärer und historischer Sicht analysieren? Der Band führt Beiträge aus der Geschichtswissenschaft, Kunstgeschichte, Politikwissenschaft, Soziologie, Kulturanthropologie und Rechtswissenschaft zusammen, um die bislang eher implizit gestellte Frage nach der konzeptuellen Bedeutung von Macht in Prozessen der Versicherheitlichung zu eruieren. Durch konzeptuell-theoretische Aufsätze und durch historische Fallstudien, die vom 16. bis zum 21. Jahrhundert reichen, werden die dominanten Paradigmen der Critical Security Studies, die zumeist aus den Internationalen Beziehungen stammen und oftmals den Staat ins Zentrum der Analyse rücken, in ein neues Licht gerückt.


Horst Carl, Rainer Babel, Christoph Kampmann - Sicherheitsprobleme im 16. und 17. Jahrhundert

Horst Carl, Rainer Babel, Christoph Kampmann (Hrsg.)

Sicherheitsprobleme im 16. und 17. Jahrhundert: 
Bedrohungen, Konzepte, Ambivalenzen
(Problèmes de sécurité aux XVIe et XVIIe siècles. Menaces, concepts, ambivalences)

Buchreihe: Politiken der Sicherheit | Politics of Security, Band 6
NOMOS Verlag 2019, 601 S., ISBN print: 978-3-8487-5459-5, ISBN online: 978-3-8452-9614-2
https://doi.org/10.5771/9783845296142 

Zusammenfassung

Der von sozialen, politischen und religiösen Umbrüchen geprägte Zeitraum des 16. und 17. Jahrhunderts stellt eine Schlüsselperiode für eine historische Sicherheitsforschung dar. Er ist geprägt von Diskursen der Bedrohung und Versuchen, Antworten auf die akuten Herausforderungen öffentlicher Ordnung und Sicherheit zu finden. Zweifellos akzentuierten die Konflikte um Religion und Konfession die Unsicherheiten in besonderer Weise, wofür der vergleichende Blick auf Frankreich und das Heilige Römische Reich deutscher Nation zahlreiche Belege erbringt. Auf diese Konfliktlagen beschränkt sich das Thema Sicherheit für die Zeitgenossen jedoch nicht. Die Spannbreite der im vorliegenden Sammelband behandelten „Sicherheitsprobleme“ dokumentiert vielmehr, wie sehr sich in diesen beiden Jahrhunderten Bezüge, in denen Sicherheit thematisiert wurde, ausdifferenziert haben. In einem Zeitraum manifester Friedlosigkeit wuchs der Kategorie „Sicherheit“ eine immer größere Bedeutung zu, die sie schließlich zu einem Leitbegriff der politischen Kultur in der Frühen Neuzeit machte.


Karl-Heinz Braun, Thomas Brechenmacher, Wilhelm Damberg, Amalie Fößel, Christoph Kampmann, Ludger Körntgen, Bernhard Dr. phil. Löffler, Anton Schindling (Hrsg.)

Historisches Jahrbuch 139 (2019) mit Schwerpunkt "Sicherheit und Religion im 16. Jahrhundert"

Der Schwerpunkt konzentriert sich dabei auf die auf Frankreich bezogenen Beiträge des SFB-Workshops: "Seelenheil und Sicherheit. Dynamiken religiöser Gewalt in Frankreich und Polen-Litauen im 16. und 17. Jahrhundert" (11/2016).

Die aktuelle Ausgabe des Historischen Jahrbuchs, Band 139, erscheint mit einem Schwerpunkt zu "Sicherheit und Religion im 16. Jahrhundert", koordiniert von Ulrich Niggemann und Christian Wenzel.

Insgesamt umfasst der Schwerpunkt folgende Beiträge:

  • Ulrich Niggemann/Christian Wenzel, "Einleitende Überlegungen zur Rolle des Religiösen im Sicherheitsdenken der Frühen Neuzeit am Beispiel der französischen Bürgerkriege", S. 199-235.
  • Volker Seresse, "Sicherheit und Seelenheil in der politischen Sprache Heinrichs IV. (ca. 1589-1600)", S. 236-249. 
  • Hugues Daussy, "Between God and Human Law. Divine providence and the Huguenot struggle for security", S. 250-257.
  • Christian Wenzel, "Semantiken von Sicherheit in den Französischen Religionskriegen. Die Versammlung von Fontainebleau (1560) und die 'Article des la Saincte Union' (1588)", S. 258-279.
  • Pierre-Jean Souriac, "Zur Perzeption der protestantischen Sicherheitsplätze in Frankreich (1570-1629). Kriegswaffen oder Befriedungsinstrumente in Bürgerkriegszeiten?", S. 280-316.

Eckart Conze

Geschichte der Sicherheit. Entwicklung – Themen – Perspektiven

Vandenhoeck & Ruprecht 2018, 234 S., Paperback, ISBN 978-3- 525-30094-7

Abstract

Weit über die Zeitgeschichte hinaus ist »Sicherheit« in den letzten Jahren zu einem wichtigen Thema der Geschichtswissenschaft geworden. Die historische Forschung hat dabei einen Impuls der Gegenwart aufgenommen. Sie fragt nach den Gründen für die gestiegene Bedeutung von Sicherheit in modernen Gesellschaften und versucht zugleich, die Dynamiken von Sicherheit in unterschiedlichen, auch weiter zurückreichenden historischen Kontexten zu analysieren. In einer Verknüpfung von politischen, gesellschaftlichen und sozialkulturellen Entwicklungen einerseits sowie historiografischen Tendenzen andererseits behandelt der durch seine eigene Forschung ausgewiesene Verfasser die Gründe für das wachsende Interesse von Historikern an der Sicherheitsthematik. Es verweist auf Traditionen sicherheitsbezogener Forschung in der Geschichtswissenschaft, beschäftigt sich aber vor allem mit deren Erweiterung (thematisch und konzeptionell). Neue Ansätze der Sicherheitsforschung, darunter das Konzept der »Sicherheitskultur«, das des »Sicherheitsdispositivs« und das der »Versicherheitlichung«, werden vorgestellt, an konkreten Beispielen entfaltet und auf ihr analytisches Potential befragt. Der Nutzen sozialwissenschaftlicher Theorieangebote wird dabei ebenso erörtert wie der Wert geschichtswissenschaftlicher Untersuchungen für die Theoriebildung. Brücken schlägt der Autor ferner zu verwandten Forschungsgebieten (Risiko-, Präventions- und Bedrohungsforschung). So liefert das Buch eine grundlegende und problemorientierte Einführung in die Historische Sicherheitsforschung.